📍 Zürich Oerlikon, Zürich

Nonna Lucia und das Leben zwischen zwei Sprachen

Rekonstruktion

1962 kommt Lucia aus Süditalien nach Zürich-Oerlikon – mit einem Nähkästchen, einem Rezeptbuch und viel Mut.

1962 · Zürich Oerlikon · Migration
Rekonstruktion
Quelle: Mündliche Überlieferung / Community-Beitrag
Erzählt von Maria G. 1 Aufrufe

Meine Nonna Lucia kam 1962 aus einem Dorf bei Neapel nach Zürich. Sie sprach kein Wort Deutsch. Im Kofferraum: ein Nähkästchen, ein Foto ihrer Mutter und ein Rezeptbuch, das sie bis heute auf Italienisch notierte.

In Oerlikon arbeitete sie in einer Fabrikantenküche. Mittags kochte sie für vierzig Leute, abends für uns. Sonntags trafen sich die italienischen Familien beim Bahnhof Oerlikon – „piazza d’Italia” nannten sie den Vorplatz. Dort wechselte man Nachrichten, Briefe und manchmal auch Heiratsanzeigen.

Nicht alles war schön. Auf den Wohnungsinseraten stand damals manchmal „keine Italiener”. Nonna sprach darüber erst spät. Aber sie blieb, lernte Zürideutsch mit Akzent und Stolz, und als ich zur Welt kam, sagte sie: „Du bist von hier. Vergiss nie, woher deine Grossmutter kam.”

🏙️ Was ist heute an diesem Ort?

Oerlikon ist heute ein urbanes Quartier mit Hochhäusern und dem Theater 11. Die „piazza d’Italia" am Bahnhof gibt es nicht mehr – doch die italienischen Familien sind geblieben.

Quellen & Hinweise

Mündliche Überlieferung / Community-Beitrag

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