Einzug ins Hochhaus – ein neues Leben in Bethlehem
Rekonstruktion1971: Eine junge Familie zieht in ein Berner Hochhaus und entdeckt im zehnten Stock eine neue Art von Nachbarschaft.
1971 zogen wir mit zwei Kindern ins Hochhaus in Bethlehem. Zehnter Stock, Lift, Zentralheizung, ein eigener Balkon – für uns, die wir zuvor in einer Altbauwohnung mit Ofenheizung gewohnt hatten, war das der Luxus schlechthin.
Die ersten Wochen vermisste ich den Garten. Aber dann lernte ich die Nachbarn kennen: die Familie aus Portugal im siebten Stock, die alleinstehende Lehrerin aus dem Jura, das junge Paar aus Bern. Wir gründeten einen Spielplatz-Verein und teilten uns die Wäscheleine im Estrich.
Aus dem Fenster sahen wir die Alpen. „Wir wohnen wie in einem Schiff über der Stadt”, sagte mein älterer Sohn. Er hatte recht. Es war ein anderes Leben – nicht besser, nicht schlechter. Nur neu.
🏙️ Was ist heute an diesem Ort?
Die Hochhäuser in Bethlehem stehen noch und wurden zuletzt 2018 saniert. Der Quartierverein organisiert bis heute Feste auf dem Spielplatz zwischen den Blöcken.
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