Der Alpabzug meines Grossvaters
RekonstruktionSchwyz, 1985: Ein Grossvater, seine beste Kuh und das Ritual des Alpabzugs – bis zum letzten Mal 1998.
Jeden September dasselbe Ritual: Mein Grossvater stellte die grossen Schellen bereit, wusch die Kühe am Vorabend und flocht der besten Kuh, der Rösli, einen Kranz aus Alpenblumen und Tann.
Der Alpabzug war für ihn ein Feiertag, wichtiger als Weihnachten. Er ging voraus, in Tracht, mit dem grossen Schellengürtel über der Schulter. Wir Kinder liefen hinten nach und durften die kleinen Glocken tragen. Im Dorf warteten die Leute mit Zupfkuchen und Apfelsaft.
Als er 1998 starb, führten wir die Kühe ein letztes Mal in seinem Sinn ab. Die Rösli trug einen schwarzen Kranz. Die Glocken klangen anders an diesem Tag – das ganze Tal hat es gehört.
🏙️ Was ist heute an diesem Ort?
Der Alpabzug in Schwyz findet jedes Jahr im September statt und zieht Tausende an. Die Schellen und Trachten sind dieselben geblieben – nur die Zuschauer fotografieren heute mit dem Handy.
Quellen & Hinweise
Mündliche Überlieferung / Community-Beitrag
Kommentare & Erinnerungen
Hast du eigene Erinnerungen an diesen Ort? Teile sie mit der Community – auch anonym.