Kartoffeln statt Rosen – die Anbauschlacht
RekonstruktionBasel 1943: Aus Vorgärten werden Äcker. Eine Zwölfjährige erinnert sich an Rüebli, Marken und schiefe Kartoffeln.
Als der Krieg kam, wurde unser Vorgarten umgegraben. Statt Rosen pflanzte mein Vater Kartoffeln, Kohl und Bohnen. Überall in Basel geschah das Gleiche – Wiesen, Rabatten, sogar der Münsterhügel: alles wurde Acker. Man nannte es die Anbauschlacht.
Wir hatten Zuteilungen mit Marken. Sonntags rätselte die Familie, wie man aus Rüebli und Topinambur einen Schmaus macht. Meine Mutter wurde erfinderisch: Mus aus Rüebli schmeckte nach Krieg, aber nach Überleben.
Ich war zwölf und stolz auf meine Gartenparzelle. Heute, wenn ich einen perfekten Supermarkt-Apfel sehe, denke ich an die schiefen Kartoffeln von damals – und daran, dass wir sie mit den Händen aus der Erde holten und uns freuten, als hätten wir Gold gefunden.
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Aus den Kriegsbeeten wurden wieder Gärten und Rabatten. Seit ein paar Jahren entstehen in Basel neue Urban-Gardening-Projekte – diesmal freiwillig.
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