Nachtschicht in der Sägerei
RekonstruktionThun, 1948: Nachtschichten, Flösser aus dem Simmental und das Heulen des Sägeblatts, das einer nie vergisst.
1948 arbeitete ich in der Sägerei an der Aare, oft Nachtschicht. Das Sägeblatt heulte so laut, dass wir uns mit Handzeichen verständigten. Nach der Schicht gingen wir ans Ufer und wuschen uns das Sägemehl aus den Haaren – im Sommer im Fluss, im Winter im Waschhaus.
Das Holz kam per Flösserei aus dem Simmental. Die Flösser waren eigene Leute: wortkarg, stark, immer mit nassen Stiefeln. Einer von ihnen, der Ueli, konnte einen Baumstamm im Wasser allein wenden. Wir Jungen schauten zu, als wäre es ein Zirkus.
Die Sägerei gibt es längst nicht mehr, das Areal ist heute ein Park. Wenn ich mit meinen Enkeln dort spazieren gehe, zeige ich ihnen die Stelle, wo das Gattersäge-Gerüst stand. Sie hören das Heulen nicht mehr. Ich höre es noch.
🏙️ Was ist heute an diesem Ort?
Das Sägerei-Areal an der Aare ist heute ein Park mit Spielplatz und Sitzbänken. An das Gattersäge-Gerüst erinnert nur noch ein Hinweistafel am Uferweg.
Quellen & Hinweise
Mündliche Überlieferung / Community-Beitrag
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