Als der Lötschberg unsere Welt veränderte
RekonstruktionBrig, 1913: Die Eröffnung der Lötschbergbahn verändert das Leben einer Walliser Familie für drei Generationen.
Mein Grossvater erzählte es immer wieder: 1913, als die Lötschbergbahn fertig wurde, stand halb Brig am Bahnhof. Die Leute kamen von Gampel, von Naters, sogar vom Simplon, um zu sehen, wie der Zug in den Berg hineinfuhr.
Vorher war die Reise nach Bern eine Tagesreise mit der Kutsche über den Pass – wenn das Wetter mitspielte. Plötzlich dauerte es ein paar Stunden. „Mit dem Zug kam die Welt zu uns”, sagte Grossvater, „und wir kamen zur Welt.”
Er selbst fand Arbeit beim Bahnhof, erst als Gepäckträger, später im Magazin. Die ersten Touristen aus England bestaunten er die Aquarelle, die sie vom Rhonetal malten. Für unsere Familie begann mit der Bahn ein neues Jahrhundert – mein Vater wurde Lokomotivführer, und ich arbeitete später im Reisebüro gleich gegenüber.
🏙️ Was ist heute an diesem Ort?
Brig ist heute ein wichtiger Bahnknoten am Lötschberg und Simplon. Der Bahnhof von 1913 steht noch – und die Züge fahren im Viertelstundentakt Richtung Bern.
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